BAD ALCHEMY
<<< KATHMANDU >>>
Der Quebecer Saxophonist FRANÇOIS CARRIER, in BA schon mal mit seinem Leo-Doppelalbum Happening präsent, erweitert sein Trio gern mit erlesenen Gästen (Uri Caine, Paul Bley, Gary Peacock etc.). Auf der Anreise zum Jazzmandu 2006 ins nepalesische Hochland ging jedoch diesmal sogar der dritte Mann verloren, so dass bei Kathmandu (FMRCD236-0607) nur der treue Drummer MICHEL LAMBERT ihm zur Seite stand. Die in ihrer alten Substanz zerfallende Königsstadt kontrastiert zwischen Kloake für die Einheimischen und Luxus für die, die sich‘s leisten können, und hat im Drummer Navin Chhettri einen Enthusiasten, der sich Spielgefährten für seine Band Cadenza einlädt und seine Landsleute mit ungewohnt freien Klängen konfrontiert (aus Germany war Andy Großkopf gekommen). Das Publikum zeigte sich jedoch enorm aufgeschlossen und quittierte das Freispiel der beiden Kanadier mit Gekicher und Beifall. Carrier zeigt sich durch die Gastfreundlichkeit auf dem Dach der Welt spürbar bewegt und inspiriert. Auch Lambert ist bei beiden Konzerten topfit (nur dazwischen setzte ihn eine Lebensmittelvergiftung matt). Seine klangvollen perkussiven Anstöße, absolut fummelfrei und unesoterisch, bilden den Resonanzboden für Carriers vogelige, versonnene Altosaxexkursionen. Der sprudelte über vor sanglicher ‚Joyfulness and Playfulness‘, egal, ob wegen der Höhenluft oder den Love- & Peace-Vibrations, die von den Nepalesen und den buddhistischen Stupas ausgehen.
[BA 56 rbd]
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